Dies ist die lange Fassung von „Kalli's way north“ — von Martin geschrieben, an den Familienunterlagen geprüft, und noch in Korrektur. Wo die Quellen unsicher sind, steht es dabei.
Im Sauerland geboren, in Köln aufgewachsen
Martin wurde am 6. Januar 1965 in Olsberg im Sauerland geboren, die Familie wohnte damals in Brilon. Aufgewachsen ist er dort nicht: noch in seinem ersten Lebensjahr zogen seine Eltern, Friedhelm und Elfriede Kallenbach, nach Köln-Porz an den Rhein, und dort spielten die ersten zehn Jahre — Grundschule an der Peter-Petersen-Schule ab 1972, der Fluss, die Stadt.
1976 zog die Familie nach Rösrath östlich von Köln, 1978 in das Haus in Rösrath-Forsbach, das über vierzig Jahre lang das Elternhaus blieb. Friedhelm hatte 1972 Kallenbach-Elektronik gegründet und führte die Firma von diesem Haus aus bis wenige Wochen vor seinem Tod. Martin besuchte das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium in Rösrath und machte 1984 Abitur.
Aus dem Rheinland stammt die Familie allerdings nicht. Die Kallenbachs kommen aus Dortmund-Hörde und dem Bauernland der Kreise Soest und Unna in Westfalen; beide Eltern wurden in Dortmund geboren. Rösrath ist der Ort, an dem ihr Leben stattfand, nicht der, an dem die Linie beginnt — diese Geschichte steht im Familienarchiv.
Drei Geschwister
Martin hat zwei Schwestern. Ute, drei Jahre älter, lebt bis heute auf dem Familiengrundstück in Rösrath-Forsbach. Julya kam als Kind in die Familie; sie ist Schwester in jedem Sinn, der zählt. Die beiden verloren sich für rund fünfundzwanzig Jahre aus den Augen, bis Martin sie 2017 im Netz wiederfand. Sie lebt in Gütersloh — deshalb taucht diese Stadt in der Familiengeschichte immer wieder auf.
Beide Eltern sind gestorben: Friedhelm im Januar 2010, Elfriede im Januar 2021.
Glaube, Dienst und die Tür in die IT
Die Konfirmation 1978 war, nach seiner eigenen Erzählung, der Punkt, an dem Martins Glaube sein eigener wurde; als Jugendlicher war er 1982/83 mit Operation Mobilisation unterwegs, und die Familie unterstützte Missionsarbeit noch Jahrzehnte später. Nach dem Abitur kam der Zivildienst in der evangelischen Gemeinde Köln-Dellbrück, vor allem mit alten Menschen, und ab 1986 die Ausbildung zum Mathematisch-technischen Assistenten bei der Colonia Versicherung in Köln. Das war die Tür in die IT, und sie ging nie wieder zu: zwölf Jahre AXA Tech in Köln, dann Nokia, HCL, Tieto und Cognizant in Finnland, und seit Oktober 2025 die eigene Beratung, BilboConsult.
27. Juni 1984 — Köln
Im Sommer 1984 hatte die evangelische Gemeinde Forsbach-Rösrath eine Jugendgruppe ihrer finnischen Partnergemeinde in Kulosaari, Helsinki zu Gast. Am Kölner Besichtigungstag des Programms, dem 27. Juni, lernte Martin ein finnisches Mädchen namens Eeva-Liisa kennen. Mehr wurde damals nicht daraus. Neunzehn Jahre vergingen ohne ein Wort.
2003 — Karlsruhe
Im September 2003 fuhr Liisa, inzwischen Studentin an der EVTEK in Espoo, mit einer Klassenfahrt nach Deutschland und schrieb vorher an Martins alte Adresse. Die Antwort kam am 25. September. Am 29. September verbrachten die beiden einen Tag in Karlsruhe — und von da an schrieben sie sich fast täglich. (Sie haben mitgezählt.) Die Adresse, von der er schrieb, war mrkalli@kalli-family.de — diese Domain gehört seit 2003 zur Familie.
Martins erste Ehe ging in diesen Jahren zu Ende; drei Kinder, Tim, Lukas und Christiane, wurden in Deutschland geboren und gehören ganz selbstverständlich zu dieser Familie. Dieses Kapitel erzählen, wenn überhaupt, die, die es erlebt haben — nicht eine Website.
2006–2008 — der Übergang
Im Juli 2006 zog Liisa mit vier ihrer Kinder nach Bergisch Gladbach, damit aus zwei Familien ein Haushalt werden konnte. Martin und Liisa heirateten am 31. Juli 2007 in Deutschland und feierten ihre kirchliche Trauung am 29. Juni 2008 in Virrat in der finnischen Seenplatte — da stand der Entschluss, nach Norden zu gehen, schon fest. Martin hatte ein Angebot von Nokia. Das Blog „Kalli’s way north“ begann im Mai 2008 mit dem Beitrag The story of Lissu & Kalli, und im August 2008 zog die Familie nach Finnland. Der Weihnachtsbrief jenes Jahres, unterschrieben mit „Lissu & Kalli“, sagte es schlicht: inzwischen sind wir gut in Finnland angekommen — ein bisschen traurig über das, was wir zurückgelassen haben, sehr dankbar für die Zeit, die wir hatten.
Finnland
Nokia in Espoo; später HCL, Tieto und Cognizant. 2009 ein Haus in Klaukkala, seit 2017 das Zuhause in Helsinki. Zehn Kinder zusammen — Martins drei, Liisas sieben — inzwischen erwachsen, mit Partnern und eigenen Kindern, in Finnland, Deutschland und der Schweiz. Gemeinde in der UCC in Espoo, wo Martin das Mischpult bedient. Der Sechzigste wurde im Mai 2025 in einem Gutshaus in Hauho gefeiert, mit Familie aus Deutschland und Kollegen aus jeder Firma seit AXA — was mehr über Martin sagt als sein Lebenslauf.
Im Oktober 2025 verließ Martin das Angestelltenleben und gründete BilboConsult. Achtzehn Jahre nach dem Umzug ist Finnland nicht mehr das Land, in das sie gegangen sind; es ist das Land, in dem sie leben. Und das Finnische wird — nach all den Jahren — endlich, langsam, richtig gelernt.
- Geboren in Olsberg (Sauerland); noch im selben Jahr Umzug nach Köln-Porz.
- Rösrath; das Elternhaus in Rösrath-Forsbach.
- Martin und Eeva-Liisa begegnen sich in Köln beim Gemeinde-Jugendaustausch.
- Abitur, Zivildienst, IT-Ausbildung bei der Colonia Versicherung.
- Wiedersehen in Karlsruhe, neunzehn Jahre später.
- Liisa zieht mit vier ihrer Kinder nach Bergisch Gladbach.
- Heirat in Deutschland; kirchliche Trauung in Virrat.
- Das Blog beginnt; die Familie zieht nach Finnland.
- Friedhelm und Elfriede Kallenbach sterben.
- Zuhause in Helsinki; Martin und Julya finden einander wieder.
- Martins 60. Geburtstag, Hauho.
- Gründung von BilboConsult.
- kalli-family.de geht online.